Aktivitäten


Burcklmanshouen und Plosenau anno dazumal

Vorstellung Ortsfamilienbuch in Blossenau am Freitag, 09. März 2018

  

Tagmersheim-Blossenau. (Artikel von Eva Münsinger in der Donauwörther Zeitung vom Samstag, 14. April 2018)

Ein Kind wird exhumiert und die ledige Mutter landet im Zuchthaus. Passiert am 18. Oktober 1838 in Blossenau. Die wissenschaftlich fundierten Forschungen des Historiographischen Vereins fürBurgmannshofen, Übersfeld und Blossenau fördern auch viele interessante, spannende und bisweilen tragische Geschichten zutage.

Plosenau, wie Blossenau im 17. und 18. Jahrhundert geschrieben wurde, bildete lange Zeit eine eigenständige politische Gemeinde und ist der größte der drei Orte der Pfarrei Übersfeld. Neben dem Bürgermeister gab es in dem Angerdorf auf der Monheimer Alb, in dessen Mitte die Kirche St. Sixtus liegt, Anfang des 18. Jahrhunderts sogar einen Arzt und einen Bierbrauer. Des Weiteren gehören Burcklmanshouen (Burgmannshofen) mit der Kirche St. Gertraud und Ybersfeld (Übersfeld) mit der St.-Gallus-Kirche zur Pfarrei.

Der gemeinnützige Historiographische Verein wurde 2014 gegründet. „Die wissenschaftliche Erforschung, Dokumentation, Vermittlung und insbesondere Bewahrung der Heimat-, Kultur- und Alltagsgeschichte“ ist das erklärte Ziel des Vereins. Bereits 2017 veröffentlichte er zwei Bücher: die „Burgmannshofer Dorfgeschichten“ und das „Ortsfamilienbuch der Pfarrei Übersfeld“. Derzeit in Arbeit ist die „Burgmannshofer Häuserchronik“.

Herausgeber Tobias Weigl aus Burgmannshofen stellte das umfangreiche Ortsfamilienbuch vielen interessierten Zuhörern im B+ Zentrum in Blossenau vor. Der Untertitel des 328 Seiten umfassenden Werkes „Transkription und genealogische Auswertung der Übersfelder Kirchenbücher (1651 bis 1949)“ lässt schwere Kost vermuten. Doch Tobias Weigl weckte mit seinem engagierten und unterhaltsamen Vortrag die Lust, darin zu schmökern. Es gibt viel zu entdecken, besonders für ortsansässige Familien; doch auch für Nichteinheimische ist es eine spannende Lektüre.

Anschaulich sind die historischen Ortspläne, Fotos von den alten Kirchenbüchern, Sterbebildchen und die historische Beschreibung der Pfarrei aus den Jahren 1848 und 1991. Die detailliert aufbereiteten Familieneinträge lassen Geschichte lebendig werden. Geburts- und Todestag, Herkunft, Eheschließungen und Nachkommen sind aufgelistet. Nicht selten waren es dutzende Kinder, von denen jedoch viele früh starben. In den kurzen nüchternen Einträgen verbergen sich oft interessante Verbindungen zwischen Familien und Orten. Berufsbezeichnungen oder die Beschreibung von Charaktereigenschaften wie „Er war Jäger beim sittsamen und beliebten S. von Pestalozzi“ bringen die Menschen näher. Immer wieder finden sich individuelle Anmerkungen wie: „Anwesen wurde eingerissen, neu gebaut. Anna lebt auf Kosten der Gemeinde.“

Vom Blitz getroffen

Auch Tragödien sind beschrieben wie der Tod von Michael Meister, der am 11. Juli 1741 vom Blitz getroffen wurde: „Am folgenden Tag fand man ihn mit dem Gesicht auf der Erde liegen…“ Interessant ist die Auflistung der ansässigen Berufsgruppen. Sie zeigen, wie sich die Bedeutung der Berufe auf dem Land in 300 Jahren gewandelt hat. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass es mal einen Abdecker, Spielmann, Löffelmacher oder Zinngießer gab? Eine Schule existierte nur in Blossenau. Der erste Lehrer wurde 1713 erwähnt. Dreh- und Angelpunkt der Pfarrgemeinde sind die Pfarrer. Die Auflistung von 1569 bis 2018 ist lückenlos. Grabinschriften und Sterbebilder bewahren den Hochwürden ein lebendiges Andenken.

Mit der Unterstützung begeisterter Heimatforscher und hilfsbereiter wissenschaftlicher Fachleute und vor allem mit ungeheurem Arbeitsaufwand wurden die Übersfelder Kirchenbücher vom Altdeutschen und Lateinischen übersetzt und wissenschaftlich fundiert ausgewertet. Oft dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis verblichene Texte und fast unleserliche Handschriften entschlüsselt waren.

„Man muss schon für die Sache brennen“, erklärt Tobias Weigl. Nur so sei es möglich, monate- und jahrelang den Großteil der Freizeit in den Dienst der Sache zu stellen. Weigl betont, dass der Verein vor allem von der Mitarbeit aller Bürger lebt. „Wir freuen uns über jegliche Unterstützung in Form von Fotos, Bildern, Dokumenten oder einfach ‚nur‘ aufgeschriebenen alten Geschichten.“ Nur so könne das Ortsfamilienbuch immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden.

„Wer zu Hause beim Stöbern auf ein altes, vergilbtes Foto oder Dokument stößt, der kann sich damit gerne an den Historiographischen Verein wenden, vielleicht handelt es sich ja um ein interessantes Puzzlestück aus unserer Geschichte oder enthält einfach nur eine Alltagsepisode aus vergangenen Tagen. So etwas für die Nachwelt zu erhalten ist die Aufgabe des Vereins, der damit auch eine Anlaufstelle für die Bürger zu allen Themen rund um die Heimatgeschichte darstellt“, so Weigl.

Mehr zum Historiographischen Verein gibt es im Internet zu erfahren unter www.hgv.burgmannshofen.de. Das Buch kann dort bestellt werden und ist im Buchhandel (ISBN 978-3-74488-954-4) erhältlich.


Link zum Artikel: https://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Burcklmanshouen-und-Plosenau-anno-dazumal-id50860746.html

Link zur Homepage von Blossenau: http://www.bc-blossenau.de/index.php/2014-10-17-09-25-47/vielfalt

 

Veröffentlichung Ortsfamilienbuch der Pfarrei Übersfeld

Dienstag, 14. November 2017 

  

Burgmannshofen. Nach dem Erstwerk Burgmannshofer Dorfgeschichten stellt das Ortsfamilienbuch der Pfarrei Übersfeld die zweite Buchveröffentlichung des Historiographischen Vereins für Burgmannshofen, Übersfeld und Blossenau dar.

Ein Ortsfamilienbuch ist die Zusammenführung aller aufgeschriebenen Daten aus Kirchenbüchern, Standesämtern, Todesanzeigen, Grabsteinen und anderen Quellen zu einem alphabetisch und chronologisch aufgelisteten Nachschlagewerk. Franz Xaver Baur, leidenschaftlicher Heimatforscher und selbst bereits Autor mehrerer Ortsfamilienbücher, hat dazu in monatelanger Arbeit die Kirchenbücher der Pfarrei Übersfeld inklusive der Filialen Burgmannshofen und Blossenau sorgfältig ausgewertet und konnte die Einträge dabei teilweise um bekannte Querverbindungen zu den Kirchenbüchern der Nachbarpfarreien Gansheim, Daiting, Marxheim, Buchdorf oder Kaisheim weiter anreichern.

Für den Leser, der mit einigen beeindruckenden Originalabbildungen aus den Kirchenbüchern und kompakten Hintergrundinformationen zur Geschichte der Ortschaften der Pfarrei zu den einzelnen Familieneinträgen hingeführt wird, beginnt sogleich eine Reise durch die Jahrhunderte: Ausgehend von Taufeinträgen ab 1651 finden sich Heiratseinträge ab 1665 sowie Sterbeeinträge ab 1666, immer wieder ergänzt der Autor zusätzliche Informationen zu Lebensumständen oder besonderen Ereignissen und erstellt sogar eine Aufzählung aller ansässiger Berufsbilder. Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte lebender Personen endet die Darstellung in der Regel 1930 für Geburten und 1949 für Heirats- und Sterbedaten.

Einen besonderen Akzent setzt diese Transkription und genealogische Auswertung darüber hinaus nicht nur durch die fotografische Dokumentation sämtlicher Epitaphien der Pfarrei und Übersetzung ihrer Inschriften, sondern auch durch die Aufzählung aller in Übersfeld wirkender Geistlicher von 1569 bis 2017 – eine in dieser Vollständigkeit bislang einmalige Darstellung. 

 

Das Ortsfamilienbuch der Pfarrei Übersfeld finden Sie unter unseren Publikationen

 

Veröffentlichung Burgmannshofer Dorfgeschichten

Dienstag, 09. Mai 2017 

  

BurgmannshofenDie Burgmannshofer Dorfgeschichten umfassen in  vier Teilen sowohl wissenschaftliche Archivrecherchen als auch Sammlungen aus der jüngeren Geschichte des kleinen Ortes Burgmannshofen. 

Der erste Teil spannt einen weiten Bogen von der ersten Nennung des Ortes im Jahr 1188 und den ersten namentlich genannten Burgmannshofern (1379) bis hin zu Beschreibungen des Dorfes (1707) und Luftbildaufnahmen aus dem Jahr 2001. Besonders interessant sind die hier erstmals vollständig aufgearbeiteten Fundgeschichten eines römischen Meilensteins und eines Hügelgrabes aus der Bronzezeit, die in den Jahren 1811 bzw. 1871 wiederentdeckt wurden.

Den zweiten und dritten Teil haben zwei ehemalige Burgmannshofer beigetragen, die als Heimatvertriebene des Zweiten Weltkriegs in den Ort kamen und lebhafte Erinnerungen aus dieser Zeit niedergeschrieben haben.

Im letzten Teil der Dorfgeschichten werden Berichte von Zeitzeugen und Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit dokumentiert. So kommt hier nicht nur der derzeit älteste Burgmannshofer mit seinen Erinnerungen zu Wort, es wird u.a. auch detailliert vom letzten Maibaumklau berichtet. 

 

Die Burgmannshofer Dorfgeschichten finden Sie bei unseren Publikationen

Auszeichnung Stiftung "Lebendiges Donau-Ries"

Montag, 28. November 2016 (Medieninformation der Sparkasse Donauwörth)

  

Donauwörth (td). Bereits zum neunten Mal konnte die „Stiftung Lebendiges Donau-Ries der Sparkasse Donauwörth“ ihre Erträge an regionale Projekte ausschütten. Dazu reichten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Geschäftsgebiet der Sparkasse Donauwörth vorab ihre Projekte zur Förderung an den Stiftungsvorstand ein. Diejenigen, deren Vorschläge nun mit insgesamt 3.000 Euro gefördert werden konnten, fanden sich mit den Vertretern der Organisationen, die gefördert wurden, im Nadlerhaus in Rögling ein.

Als Hausherrin stellte Bürgermeisterin Maria Mittl in ihrer Begrüßung den eingeladenen Gästen die Geschichte der Nadler vor, die rund 460 Röglinger Bürgern bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Einkommen sicherte. Danach gab der Vorsitzende der Stiftung, Landrat Stefan Rößle, einen Überblick zur Sparkassenstiftung, die seit 2007 fast 38.000 Euro ausschütten konnte und in die von der Sparkasse Donauwörth ein Stiftungskapital von 290.000 Euro eingebracht wurde. Die wesentlichen Ziele, die von der Stiftung verfolgt werden, sind besondere Maßnahmen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Donauwörth zu fördern sowie als Treuhandstiftung für Stiftungen zu wirken, die von Kundinnen und Kunden der Sparkasse Donauwörth gegründet werden. „Dadurch fördern die geförderten Vorschläge die Gemeinschaft und sind deshalb sinnvolle Investitionen in ein lebenswertes Gemeinwesen. Die Stiftung und die Sparkasse Donauwörth zeigen damit ihre Verbundenheit zu den Kommunen“, so der Landrat.

Zur Übergabe der neun Stiftungserträge ging das Wort an den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Donauwörth, Johann Natzer, weiter. Dieser dankte Bürgermeisterin Maria Mittl für die freundliche Aufnahme in Rögling. Vom Mittelpunkt der lebenswerten Gemeinde und dem geschulterten Bauvorhaben des Nadlerhauses zeigte er sich ebenfalls beeindruckt. Zusammen mit dem Vorsitzenden der „Stiftung Lebendiges Donau-Ries der Sparkasse Donau- wörth“, Landrat Stefan Rößle, und der stellvertretenden Vorsitzenden, Bürgermeisterin Petra Wagner (Oettingen), überreichte Direktor Johann Natzer nach der Präsentation der Projekte die Förderurkunden: „Eine Besonderheit der Stiftung ist die Förderung von Ideen, die dem Gemeinwohl zugute kommen“.

Folgende Projekte wurden gefördert: Die Anschaffung einer Sitzgruppe am neugestalteten Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Graisbach in der Gemeinde Marxheim, die Erstellung einer Ortschronik von Burgmannshofen, Übersfeld und Blossenau über den historiographischen Verein sowie die Renovierung und Aufstellung eines alten Wegkreuzes in der Gemeinde Fünfstetten. Weitere Förderungen wurden bewilligt für eine Beregnungsanlage im Tennisclub 81 Huisheim-Gosheim, für die Sanierung von historischen Reliefs an der Friedhofsmauer im Fremdinger Ortsteil Hochaltingen, für die Anschaffung eines leistungsstarken Beamers im Pfarr- und Jugendheim St. Ulrich in Buchdorf, für die Beschaffung einer wetterfesten Tischtennisplatte am Kinderspielplatz in Daiting, für die Anschaffung eines Anhängers für Trainings- und Übungszwecke der Jugendfeuerwehr Eggelstetten (Gemeinde Oberndorf) sowie für den Kauf benötigter Bücher der Pfarr- und Gemeindebücherei von Rögling. 

 

Ansprechpartner: Thomas Deuter, Öffentlichkeitsarbeit-Marketing der Sparkasse Donauwörth

Link zum Artikel: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Fuer-ein-lebenswertes-Gemeinwesen-id39858257.html

Neue Chroniken - Historiographischer Verein startet neue Projekte in Marxheim und Umgebung

Dienstag, 04. November 2014 (Donauwörther Extra)

 

Gute Nachricht für alle Geschichtsfreunde in der Region: Es gibt einen neuen Verein, der die lokale Historie unter die Lupe nehmen will. Zur Vorstellung des noch jungen „Historiographischen Vereins für Burgmannshofen, Übersfeld und Blossenau“ waren viele interessierte Bürger ins Feuerwehrheim nach Burgmannshofen gekommen.

Tobias Weigl erklärte die Intension des neu gegründeten Vereins. Er führte aus, dass der Zweck des Vereins die wissenschaftliche Erforschung, Dokumentation, Vermittlung und Bewahrung der Heimat-, Kultur- und Alltagsgeschichte im Gebiet der heutigen Pfarrei Übersfeld ist. Als erstes Großprojekt hat sich der Verein die Erstellung einer umfassenden Ortschronik für Burgmannshofen vorgenommen, die Chroniken für die Orte Übersfeld und Blossenau sollen folgen.

Die dafür vom Verein engagierte Historikerin Maria Hennl führte kompetent durch ihre bisherigen Rechercheergebnisse aus den verschiedenen Archiven und Katasterämtern und ließ die Anwesenden an ihren Transkriptionen teilhaben. Insbesondere das Wiederauffinden eines aus dem Jahr 211 stammenden Fragments eines Meilensteins, das am 18. Oktober des Jahres 1811 von Graf Johann Adam von Reisach, Landrichter zu Monheim, auf dem Gottesacker von Burgmannshofen aufgefunden und von ihm zunächst auf die Burgruine von Graisbach gebracht wurde, weckte das Interesse des Publikums. Als ebenso bemerkenswert wurde die Nennung des ersten namentlich bekannten Burgmannshofers aufgenommen, die immerhin aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die Geschichte des Hofes, auf dem dieser erste Einwohner gelebt hat, konnte Hennl sogar bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen.

Da dieser Verein in erster Linie von und für die Bevölkerung der genannten Dörfer lebt, wurden die Zuhörer vom Vorsitzenden animiert, sich auch persönlich für die Ziele des Vereins tatkräftig zu engagieren. Alte Fotos, Dokumente, Flurpläne, Übergabeurkunden und alles, was auf den ersten Blick als „altes Zeug“ aussieht, so Weigl, solle nicht weggeworfen, sondern dem Verein zur Verfügung gestellt werden.

Nur so könne es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und als „altes Wissen“ für kommende Generationen bewahrt werden. (dz)

 

 Link zum Artikel: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Neue-Chroniken-id31886807.html